1. Durchführung von Pilotprojekten & Einrichtung von Sandboxes

    Ausgewählte anwendungsorientierte Pilotprojekte sollen helfen, die Technologie besser zu verstehen. Für den Einstieg in Projekte, die auch zu Leuchtturm-Projekten werden sollen, werden regulatorische „Sandboxes“ empfohlen. Das heißt, für Pilotprojekte soll die Möglichkeit bestehen, innerhalb eines geschützten Regulierungsrahmens zu agieren.

  2. Förderung von bestehenden Aktivitäten der Zivilgesellschaft

    In der Zivilgesellschaft finden sich viele motivierte Blockchain-Enthusiasten, die die Entwicklung von Blockchain-Systemen und neuen Geschäftsideen vorantreiben. Innovation ist hier das Maß der Dinge. Wenn es um Geschwindigkeit geht, dann muss nur die bereits bestehende Infrastruktur finanziell unterstützt und die Organisation und Dokumentation von Konsortien bei einer existierenden oder neuen Institution sichergestellt werden. Die finanzielle Unabhängigkeit garantiert, dass der Fokus auf die schnelle Umsetzung gelegt werden kann.

  3. Interdisziplinäre nachhaltige Forschungseinrichtungen

    Österreich könnte mit interdisziplinären Forschungseinrichtungen als erster europäischer Staat bei der systematischen Erforschung der Kryptoökonomie sowie der Entwicklung von logistischen Konzepten mit einer Vorreiterrolle in der Blockchain-Grundlagen- und Anwendungsforschung punkten. Die Einrichtung von permanenten und nachhaltig organisierten Forschungsplattformen an unterschiedlichen Universitäten würde helfen, gemeinsame Antworten auf komplexe Fragestellungen rund um Blockchains zu bündeln. So könnte vermieden werden, dass ein weiterer “Brain-Drain” aus Österreich stattfindet (vgl. Abwanderungen von Blockchain-Startups nach Malta und Krypto-Forschern in die Schweiz).

  4. Systematische Ausbildung von Fachkräften

    Unzureichend technisches Know-How und zu wenig vorhandene Fachkräfte bzw. Experten bei relevanten Institutionen wie etwa Interessensvertretungen oder Normungsgremien stehen in Verbindung mit kurzen Innovationszyklen der Blockchain-Kerntechnologien und geringen Halbwertszeiten von Fachwissen. Aktivitäten, wie die Erarbeitung von Lehrgängen, Postgraduate Studiengängen oder einschlägige Kurse für Betroffene würden dazu beitragen, dass potenzielle Arbeitnehmer für die Blockchain-Branche und darüber hinaus heranwachsen würden.

  5. Blockchain Informationsplattform

    Die dezentral organisierte Blockchain-Szene in Österreich nutzt zahlreiche Plattformen, um entgegen der Informationsintransparenz den Wert und Nutzen der Blockchain-Technologie aufzuzeigen. Die oftmals lokal besuchten „Meetup“ Gruppen folgen einer einschlägigen, oftmals geschlossenen Community und bilden vereinzelte Interessensgemeinschaften. Eine Blockchain-Informationsplattform könnte neben der laufenden Veröffentlichung von (nationalen) Initiativberichten eine zentrale Plattform zur Koordination der Wissensweitergabe von und für lokalen und nationalen Experten sein.

  6. Austrian Krypto-Report

    Das derzeitige Informationsumfeld ist geprägt durch Publikationen, die sich insbesondere auf Investoren im Umfeld von Kryptowährungen fokussieren. Einzelne Leuchtturmprojekte aus unterschiedlichen Ländern scheinen in nationalen sowie internationalen Medien immer wieder auf. Was derzeit fehlt ist ein ausführliches und vollständiges dynamisch wachsendes Nachschlagewerk. Ein möglicher Austrian Krypto-Report würde Forschern sowie Unternehmen und Startups die Möglichkeit bieten, Innovationen aus dem Bereich Blockchain einer interessierten Zielgruppe vorzustellen und schafft notwendige internationale Visibilität.

  7. Bürgerservice für Blockchain-Themen und Kryptowährungen

    Zahlreiche junge Unternehmen bauen ihr Geschäftsmodell auf dem stark wachsenden Kryptowährungsmarkt auf. Im Gegensatz dazu führen etablierte Unternehmen Transparenzstudien durch, um das Thema Blockchain in all seinen Facetten zu verstehen. Das Bürgerservice für Blockchain und Kryptowährungsangelegenheiten würde die Möglichkeit bieten, Expertenwissen von einer zentralen Stelle gebündelt aus erster Hand zu erhalten und wäre gleichzeitig ein Sprachrohr für Blockchain-Angelegenheiten und Kryptowährungen.

  8. Austrian Blockchain Cluster (ABC)

    Wichtig ist eine Vernetzung aller nötigen Akteure - sowohl aus dem öffentlichen als auch dem privaten Bereich - durch die Bildung eines Clusters im Bereich Kryptotechnologie sowie der Ausbau der bereits bestehenden wirtschaftlichen Aktivitäten. Das Ziel ist neben der kontinuierlichen Aufarbeitung und Beseitigung des enormen Aufholbedarfs im Kryptorecht eine permanente Wissensgenerierung und -verbreitung. Der Cluster soll darüber hinaus bei der Rechtsentwicklung und beim wissenschaftlichen Diskurs mitwirken. Diese ABC–Gruppe ist idealerweise eine finanziell und organisatorisch unabhängige Einrichtung und sollte mit Vertretern aus Politik und Verwaltung regelmäßig kommunizieren und an gemeinsamen Konzepten arbeiten. Wichtig ist hier die Fähigkeit mit allen Stakeholdern (z.B. Forschern, Unternehmern, Entwicklern, Politikern, Juristen, usw.) auf Augenhöhe reden und verhandeln zu können, um die Think-Tank- und Vernetzungsaufgabe bestmöglich erfüllen zu können.

  9. Institutionelle Task Force

    Parallel zu einem unabhängigen Cluster bedarf es auf Seiten der Politik und Verwaltung einer interdisziplinären Taskforce. Unter dem Lead des BMWFW könnten öffentliche Interessensgruppen (z.B. Bund/Länder, Kammern, Interessensvertretungen), technische Experten sowie Unternehmen/Corporates (als Treiber der Blockchain-Innovation) vertreten sein. Nur so kann die Weiterentwicklung des Themas bestmöglich über alle Gruppen hinweg koordiniert und vorangetrieben, sowie der Nutzen für die heimische Wirtschaft und den Standort klar kommuniziert werden.